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Landesschulrat

Mag. Wolfgang Erlitz




Amtsführender Präsident

Mag. Wolfgang Erlitz


1. Stock ZiNr.: 103
Telefon + 43 316 345 120
Fax + 43 316 345 76
eMail: wolfgang.erlitz@lsr-stmk.gv.at

 





Der Amtsführende Präsident des Landesschulrates ist Vorsitzender des Kollegiums des Landesschulrates und als Leiter des Amtes und der Landesschulbehörde zuständig für rund 17.000 Lehrer/innen, Schulleiter/innen, Inspektor/innen, Schulpsycholog/innen, Schulärzt/innen, Nichtlehrerpersonal an Bundesschulen etc.





Gedanken zum Lesen

Es gibt vielleicht keine Tage unserer Kindheit, die wir so voll erlebt haben wie jene, die wir glaubten verstreichen zu lassen, ohne sie zu erleben, jene nämlich, die wir mit einem Lieblingsbuch verbracht haben.
Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurde von Johann Gensfleisch Gutenberg der Buchdruck mit beweglichen Lettern erfunden. Myron Gilmore äußerte sich in The World of Humanism folgendermaßen: „Die Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern brachte die radikalste Umwandlung des geistigen Lebens in der Geschichte des Abendlandes mit sich … Ihre Auswirkungen wurden früher oder später in jedem Bereich menschlicher Tätigkeit spürbar."
Lesen ist aber mehr als das Wahrnehmen von Druckerschwärze auf weißem Papier. Wahrnehmung von Schrift hat mit Sprechen und Sprache zu tun, die Schriftfiguren sprechen den Leser an und machen ihn sprechen. Schrift ist geschriebene Sprache und ruft im Leser gesprochene Sprache hervor. Er erkennt Sprache im gefrorenen Zustand der Schriftzeichen und macht sie wieder flüssig in der mündlichen Rede oder im Fluss der Gedanken.
Kinder sollen erleben, dass Lesen unverzichtbar zur Bewältigung des täglichen Lebens gehört, maßgeblich zur Gestaltung der Freizeit und zur Erschließung von Welt beiträgt. Es ist ganz besonders wichtig, auf die elementaren Voraussetzungen der Kinder einzugehen und rechtzeitig vorzusorgen, damit in höheren Klassen Leseschwierigkeiten erst gar nicht auftreten.
Lesekompetenz wird zu einem entscheidenden Indikator für die gesamte schulische Sozialisation des Kindes. Die wesentlichen Grundlagen hierfür werden in den ersten Schuljahren erworben, denn die Grundschule ist der pädagogische Raum, in dem sich die Entwicklung des Kindes zu einem freudigen und guten Leser entscheidet.
Das Ziel des Leseunterrichts liegt primär in einer positiven Einstellung zum Lesen, im Wecken der Lesefreude. Viele Kinder aber empfinden Lesestunden als langweilig, und zwar nicht nur schlechte, sondern häufig auch sehr gute Leser. Bei schwachen Lesern liegt der Grund auf der Hand, denn wenn die Auseinandersetzung mit einem Text mühsam ist, schwindet rasch das Interesse. Gute Leser hingegen werden von der Schwierigkeit und/oder der Länge eines Textes manchmal unterfordert. Eine ausreichende Effizienz der Lesestunden im Hinblick auf Motivation und Lernerfolg ist somit gefordert.
Den Kindern Lesen und im weiteren Sinne Schreiben beizubringen, darf aber nicht nur ein Anliegen für den Deutschunterricht sein, es muss ein Anliegen der gesamten Schule und Bestandteil der Schulphilosophie sein, nämlich dass möglichst alle Schülerinnen und Schüler diese Kulturtechniken beherrschen.
Lassen Sie mich zum Schluss Hermann Hesse zitieren: „Es ist mit dem Lesen wie mit jedem anderen Genuss: er wird desto tiefer und nachhaltiger; je inniger und liebevoller wir uns ihm hingeben."




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Beitrag vom:
02.01.2007
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