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Landesschulrat

Unterrichtsfach Glück




PRESSEAUSSENDUNG

Graz, 14. September 2009

Ab jetzt haben steirische SchülerInnen Glück

Im Schuljahr 2009/10 wird das Unterrichtsfach „Glück macht Schule“ an sechs Pilotschulen in der Steiermark eingeführt. Dabei lernen Kinder, dass sie schon etwas dazu beitragen können, um im Leben glücklicher zu sein.

Graz. Sechs steirische Schulen haben diesem Schuljahr Glück – und zwar auf dem Stundenplan. Sie sind Pilotschulen für das neue Lebensfach „Glück macht Schule“, in dem die SchülerInnen lernen, was sie selbst dazu beitragen können, um ein glücklicheres Leben zu führen. „Es ist schon wichtig, den Kindern und Jugendlichen klar zu machen, dass das Glück nicht ein Vogerl ist, dass einfach so daher fliegt, sondern dass sie es zu einem guten Teil selbst in der Hand haben, wie glücklich sie sind“, so Landesschulratspräsident Wolfgang Erlitz. Aber auch an die LehrerInnen sei gedacht: „Wenn sie sich mit dem Thema intensiv beschäftigen, um den Unterricht vorzubereiten, profitieren sie persönlich auch davon“, ist Erlitz überzeugt.

Eine Stunde pro Woche haben die SchülerInnen an den sechs Schulen

  • VS Peter Rosegger Graz

  • Praxis-VS der Pädagogischen Hochschule Steiermark

  • Praxis-HS der Pädagogischen Hochschule Steiermark

  • NMS Voitsberg

  • BG/BRG Pestalozzi Graz

  • HTL Graz-Bulme

„Glück“. Der Unterricht definiert sich als lebenspraktische Orientierungshilfe für SchülerInnen, deren Ziel es ist, das Positive zu verstärken (Stärken stärken statt das Negative zu beseitigen). Ihnen wird gezeigt, dass das Glück eine Gesamtkonstruktion einzelner Glücksbausteine wie Körper, Seele und Gemeinschaft ist, die nur als Einheit wirksam werden; dass Glück erlernbar ist und sich im erfolgreichen Handeln widerspiegelt (Selbstwirksamkeit). Erlitz dazu: „Die Worte Glück und Gelingen sind eng miteinander verwoben. Gelingt mir etwas, bin ich glücklich. Insofern ist jede Herausforderung eine Chance, glücklich zu sein. Wenn Kinder das verinnerlichen, dann machen sie einen großen Schritt.“ Aber es gebe noch viele weitere Aspekte: von gesunder Ernährung über Gewaltprävention und Persönlichkeitsbildung bis hin zur Bewegung, zählt Erlitz auf. Sein Ziel: "Wir wollen aus den Kindern fröhlichere Menschen machen, die an sich und ihre Leistung selbstbewusst glauben." Das ist natürlich auch eine Herausforderung für die LehrerInnen – diese haben in den letzten Monaten eigens initiierte Fortbildungen an der Pädagogischen Hochschule gemacht, um sich auf das neue Fach vorzubereiten.

Besonderes Augenmerk wird der sozialen Verantwortung gewidmet. Das Gefühl der Verpflichtung gegenüber den Mitgliedern der Gemeinschaft manifestiert sich im sozialen Handeln, wobei auch die Gruppe in hohem Maß zum Selbstwertgefühl des einzelnen Individuums beiträgt. Damit leistet das „Glück“ in der Schule zusätzlich einen wertvollen Beitrag zur Gewaltprävention.

Die Erkenntnisgewinnung über sich selbst, seinen Körper und seine Seele, das eigene Handeln und das Leben im sozialen Netzwerk wird im Fach „Glück macht Schule“ durch kognitive, besonders aber erlebnisorientiert durch emotionale und körperliche Elemente erreicht. Die von jeder Schülerin und jedem Schüler zu erstellende Dokumentation in Form eines Lerntagebuchs dient der umfassenden Reflexion und gegebenenfalls Korrektur.

Die Organisation

Bei der Gestaltung von „Glück macht Schule“ hat sich der steirische Landesschulrat Anleihen am „Schulfach Glück“ genommen, das schon seit zwei Jahren an der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg unterrichtet wird. Anders als dort, wo die SchülerInnen im „Schulfach Glück“ auch ihr Abitur ablegen können, wird „Glück macht Schule“ kein Prüfungsfach, sondern ein „Lebensfach“ sein. Die bei einer Wochenstunde jährlich anfallenden 36 Stunden werden thematisch aufgeteilt wie folgt:

  • 12 Stunden (der Module) dienen der psychosozialen Gesundheit, aufbauend auf den großen Themenkomplexen Selbstwert und Empathie, fortgesetzt mit Kommunikation und Konfliktbewältigung als Methoden zur Gewaltprävention.

  • 10 Stunden sind der  Bewegungsorientierung gewidmet. Dadurch wird dem oftmals diagnostizierten Bewegungsmangel der SchülerInnen entgegen getreten und der Beitrag der Bewegung zur ganzheitlichen Gesundheitsförderung unterstrichen. Es geht nicht darum, Leistungen zu steigern, sondern den Kindern zu vermitteln, dass sich durch Bewegung ein gewisses Wohlbefinden einstellt.

  • 6 Stunden sind für das Thema Ernährung geplant. Dem Einfluss der Nahrung auf die Leistungsfähigkeit wird ebenso Aufmerksamkeit gewidmet wie dem Zusammenhang von Ernährungsgewohnheiten und Gesundheit. Gemeinsame Mahlzeiten stehen als ein Teil der Beziehungspflege auf dem Programm wie auch Sinnesschulungen.

  • 8 Stunden thematisieren den Körper als Ausdrucksmittel. Theaterpädagogische Elemente wie auch die Erfahrung um die Bedeutung der Körpersprache und die Hinführung zu Kultur als Bildungs- und Freizeitprogramm finden hier Platz. Als Ziele seien exemplarisch die Selbstentfaltung und Selbstfindung durch kreative Bewegung und Darstellung und die Entwicklung und Förderung der Fantasie und Kreativität genannt, als Inhalte das Experimentieren mit Sprache, Bewegung und Stimme und die Bewegungsinspiration (z.B. Lyrik, Bilder und Klänge). Zusätzlich gibt es eine Kooperation mit der Theaterpädagogik des Schauspielhauses Graz.

Kick-off: Tag der Persönlichkeit

Als formeller Startschuss zum „Glück macht Schule“ lädt die Pädagogische Hochschule Steiermark zu einem Kick-Off am 28. September 2009, zu dem Ernst Fritz-Schubert, der Autor des Buches „Schulfach Glück“ und Direktor der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg,  gewonnen werden konnte. Er wird auch am alljährlichen Tag der Persönlichkeit, der heuer am 18. November stattfinden wird, den Hauptvortrag halten und einen der vielen Workshops gestalten.

Bericht von der Kick-Off Veranstaltung
"Glück macht Schule"

 


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Beitrag vom:
01.10.2009
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