Beratungsangebot für Eltern

Wir beraten gerne bei:

>> Fragen des Schulanfangs
Ist mein Kind schulreif? Wie kann ich mein Kind fordern? Ist mein Kind altersentsprechend entwickelt?


>> Sonderpädagogischem Förderbedarf
Benötigt mein Kind besondere Fördermaßnahmen?


>> Lernproblemen
Warum hat mein Kind Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben oder Rechnen? Ist mein Kind überfordert? Ist es vielleicht hochbegabt?

>> Fragen der Schullaufbahn
Für welche Schule ist mein Kind geeignet? In welcher Schule werden Begabungen gefördert?


>> Verhaltensproblemen
Warum stört mein Kind ständig? Warum ist es unkonzentriert und zappelig? Warum zieht es sich plötzlich zurück?

Schulanfang

Für das Kind bedeutet der Schulanfang eine Änderung des Tagesablaufes, der einzelnen Bezugspersonen und des Selbstverständnisses. War bisher meist das Spielen im Vordergrund gestanden, so rücken nun Tätigkeiten in den Mittelpunkt, die ein Näherkommen in die "Erwachsenenwelt" signalisieren. Die Kinder selbst sind stolz, kein "Kindergartenbaby" mehr zu sein sondern ein Schulkind.

Leider finden nicht alle Kinder zu Schulanfang Verhältnisse vor, die einen problemlosen Übergang in die Schulzeit ermöglichen. Seien es nun Gründe, die im Kind selbst gelegen sind (z.B. Persönlichkeitsentwicklung, verzögerter Sprechbeginn, Frühgeburt usw.), oder Gründe, die in der Schule sichtbar sind (z.B. übervolle Schulklassen, schnelles Arbeitstempo, keine ausreichenden Bewegungsmöglichkeiten usw.). Sehr schnell verliert das Kind das Interesse am schulischen Lernen.

In diesem Fall erweist sich meist neben der diagnostischen Abklärung beim Kind ein aufklärendes Gespräch mit den Eltern oder mit dem Lehrer/der Lehrerin sehr vorteilhaft. Vorgeschlagene Änderungen zielen hier meist auf eine Verschiebung des Schulanfanges hin (z.B. Besuch des Kindergartens oder der Vorschulklasse) oder auf eine Änderung des Unterrichtsverhaltens (z.B. differenzierte Lernstoffvorgabe, Änderung des Unterrichtstempos usw.).

Lernprobleme

"Man kann die Schüler solange verbessern, bis man ein grammatikalisch einwandfreies Schweigen erreicht" (franz. Sprichwort).

Ebenso wie auffällige Verhaltensweisen sind die Erscheinungsmuster bei Lernproblemen weitläufig. Sie reichen von Lernunlust über Schwierigkeiten beim Aneignen von Lesen, Schreiben und Rechnen bis hin zum generellen Leistungsversagen. Die massive elterliche Wertlegung auf einen herzeigbaren schulischen Erfolg lassen oft eine Familienatmosphäre entstehen, in der "Wohlfühlen" ein Fremdwort ist. Die Tatsache, dass das schulische Lernen ihres Kindes nicht jene Präzision aufweist, wie man es von vielen Dingen in unserer technisierten Welt gewohnt sind, lässt insbesondere Väter oft ein "Macht"wort sprechen, meist ohne den geringsten Erfolg. Auch erschweren manche PädagogInnen die Situation, in dem sie bei Elterngesprächen den wohlgemeinten Hinweis fallenlassen: "Wenn er wollte, könnte er – er ist nicht blöd, sondern nur stinkfaul".

Genauso wie bei auffälligen Verhaltensweisen bringen Vorwürfe und Strafandrohungen meist nur eine Verschärfung der Situation. Notwendig hingegen ist die Beantwortung der Frage nach den Ursachen eines Problems. Diese können auch hier

  • im Kind selbst (z.B. organische Störungen, Teilleistungsschwächen, Konzentrationsstörungen),
  • im Familien- und Freundeskreis liegen (z.B. Ehestreitigkeiten, Geschwistereifersucht, keine Freundschaften) oder auch
  • im schulischen Bereich vorhanden sein (z.B. ein ungenügendes Lehr-, Lern- und Unterrichtsverhalten, viel zu wenig Bewegungsmöglichkeiten, zu große Klassen).

Die Zusammenschau aller verschiedenen Sichtweisen zum vorhandenen Problem kann eine rasche Änderung bewirken. Ein speziell auf das vorhandene Problem orientiertes Übungs- und Förderungsprogramm, Entspannungstraining oder die Vermittlung von Lerntechniken können hier eingesetzt werden.

"Statt von Lese-Rechtschreibschwäche sprechen wir allerdings von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (LRS) und verstehen sie als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Problemen, die SchülerInnen beim Erlernen des Lesen, Schreibens und Rechtschreibens und späterhin beim Gebrauch der Schriftsprache aufweisen, um zu signalisieren, dass es sich dabei nicht um eine im Kind liegende Schwäche handelt, sondern um auftauchende Schwierigkeiten, die unterschiedlich bedingt sein können, sei es durch organisch-endogene Faktoren, durch häusliche oder durch schulische Bedingungen (wie Überforderung, methodische Fehler der PädagogInnen, schulische und unterrichtsspezifische Belastungen).

Wir halten LRS in erster Linie für ein pädagogisches Problem und sind so optimistisch zu glauben, dass bei angemessener Methode und optimaler Gestaltung des Lernumfeldes alle Kinder (schwere Geistesbehinderungen ausgenommen) lesen lernen können. Leider sind unsere schulischen Voraussetzungen nicht in diesem Sinne optimal".
(Aus: Naegele, Valtin: "LRS in den Klassen 1-10", Weinheim 1989).

Verhaltensprobleme

Das Wissen um ein auffälliges Verhalten ihres Kindes zu Hause oder in der Schule belastet sehr viele Eltern. Meist reagieren Eltern hilflos, wenn es darum geht, den Kindern beizustehen und diese "Hilferufe" zu verstehen. Bestimmte Verhaltensweisen wie Bettnässen, Aggressionen, motorische Unruhe, Provozieren, Schulverweigerung, Ängste usw. werden nicht nur von den Eltern, sondern auch von anderen beteiligten Personen als störend empfunden.

Wer aber ist auffällig? Was ist auffällig, entspricht nicht der Norm? Ist ein Kind gestört, sein Verhalten oder die Beziehung zu jemand anderen? Ist ein Verhalten immer auffällig, oder nur in bestimmten Situationen, oder reagieren Erwachsene auffällig?

In keinem anderen Bereich können so viele Faktoren eine Rolle spielen wie hier. Das kindliche Verhalten ist ein vernetztes System von Vorstellungen, Wünschen, Erfahrungen und Erleben. Dies wird besonders deutlich sichtbar beim Versuch, Auffälligkeiten einzuordnen und zu erklären. Zu wenig Taschengeld als Erklärung für einen Kaufhausdiebstahl oder Schulschwänzen wegen eines nichtunterschriebenen Schularbeitenfünfers stellen zwar eine logische und sehr oft auch eine schlagzeilenträchtige Erklärung dar, das wirkliche Problem trifft es aber sehr oft nicht. Dies wird dann besonders krass vor Augen geführt, wenn es darum geht, erklärende Worte für einen Selbstmordversuch eines Kindes zu finden.

Eltern und PädagogInnen können hier sehr viel zur diagnostischen Abklärung beitragen, weil sie das Kind täglich beobachten können und einen besonderen Einblick in das Leistungs- und Sozialverhalten eines Kindes haben. Gemeinsam mit der Sichtweise der PsychologInnen können von allen Beteiligten Akzente gesetzt werden, die das auffällige Verhalten eines Einzelnen als Grundlage für das Verstehen einer ganzen Situation heranziehen. Sehr oft wird ein Weg sichtbar, der eine Änderung der gesamten Familiensituation oder der Klassen- und Unterrichtssituation zum Inhalt hat.

Sonderpädagogischer Förderbedarf

Sonderpädagogischer Förderbedarf , was ist das?
Der festgestellte "Sonderpädagogische Förderbedarf" ist die Voraussetzung für besondere schulische Fördermaßnahmen. So verschieden wie die notwendigen Fördermaßnahmen sind auch die Ursachen, die zur Feststellung eines sonderpädagogischen Förderbedarfs führen. Die häufigsten Ursachen sind:

  • massive Entwicklungsverzögerungen
  • Begabungsmängel
  • starke Lernbeeinträchtigungen
  • Verhaltensbehinderung
  • Sinnesbehinderungen
  • körperliche Behinderungen
  • geistige Behinderung

Der sonderpädagogische Förderbedarf ist auf keinen Fall gleichzusetzen mit schulischen Problemen in einem Fach, die durch Nachhilfe positiv beeinflusst werden können. Zudem ist jede Schule verpflichtet, alle ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten der Förderung auszuschöpfen, bevor die Überprüfung des sonderpädagogischen Förderbedarfs beantragt wird.

Konsequenzen, die ein festgestellter sonderpädagogischer Förderbedarf nach sich zieht.

Die Schülerin/der Schüler wird in allen oder in den angeführten Fächern nach dem Lehrplan der dem Förderbedarf entsprechenden Sonderschule unterrichtet.
Dadurch soll das Kind einen Unterricht erhalten, der methodisch und didaktisch die Situation des Kindes berücksichtigt und sicherstellt, dass Fördermaßnahmen, die auf die tatsächlichen Problembereiche des Kindes zielen, angeboten werden.
Im Zeugnis muss der Lehrplan, nach dem das Kind unterrichtet wird, und die Schulstufe vermerkt werden.
Ein Abschlusszeugnis nach dem Lehrplan der Allgemeinen Sonderschule ermöglicht den Besuch einer Berufsschule.

Wo kann ein sonderpädagogischer Förderbedarf erfüllt werden?
Die Eltern haben folgende Wahlmöglichkeiten:

Die Schülerin/der Schüler soll die Fördermaßnahmen im Rahmen eines integrativen Unterrichts an der nächstgelegenen Volks- oder Hauptschule/AHS-Unterstufe, die diesem Förderbedarf gerecht werden kann, erhalten. Integrativer Unterricht bedeutet einen gemeinsamen Unterricht behinderter und nichtbehinderter Kinder.

Um diese Aufgabe besser erfüllen zu können, soll der Unterricht in möglichst vielen Stunden durch zwei Lehrpersonen erfolgen. Die Stützlehrerin/der Stützlehrer sollte ausgebildete/r Sonderschullehrer/in sein.
Die Anzahl der Stunden, die gemeinsam unterrichtet werden können, ist abhängig von der Anzahl der Kinder mit festgestelltem Förderbedarf und von der Schwere der Beeinträchtigung.
Im landesweiten Durchschnitt werden pro Kind 6 - 7 Stunden zur Verfügung gestellt, im Einzelfall können es aber mehr oder weniger Stunden sein.


Die Schülerin/der Schüler hat das Recht, eine der Beeinträchtigung entsprechende Sonderschule zu besuchen.
In der Regel ist das die nächstgelegene Allgemeine Sonderschule mit angeschlossenen Klassen für schwerstbehinderte Kinder. Für besondere Behinderungsformen gibt es Landessonderschulen.

Wichtige Rechte der Eltern:
Im Rahmen des Verfahrens zur Feststellung des sonderpädagogischen Förderbedarfs haben

  • Sie das Recht, eine mündliche Verhandlung zu verlangen.
  • Sie können zusätzliche Gutachten beibringen.
  • Sie können gegen alle Bescheide Berufung einlegen.
  • Sie können die Form der schulischen Umsetzung des Förderbedarfs wählen (siehe Rückseite).
  • Sie können verlangen, dass der sonderpädagogische Förderbedarf neu überprüft und gegebenenfalls aufgehoben wird.


Bitte beachten Sie:

Ein sonderpädagogischer Förderbedarf besteht unabhängig von der besuchten Schule.
Informieren Sie sich über die verschiedenen Angebote und treffen Sie dann Ihre Entscheidung.
Überprüfen Sie immer wieder, ob der eingeschlagene Weg für Ihr Kind auch tatsächlich eine befriedigende Lösung darstellt.
(Zusammenstellung: Sonderpädagog. Zentrum Landeck in Zusammenarbeit mit der Schulpsychologin Dr. Wührer)  

Fragen der Schullaufbahn:

Spätestens am Ende der Volksschulzeit stellt sich für immer mehr Eltern zum erstenmal die Frage, welche weitere Schule ihr Kind besuchen soll. Die Wahl der richtigen Schulart ist dabei nicht nur wichtig für das problemlose Bewältigen der schulischen Anforderungen, sondern sie stellt natürlich auch die Grundlage für die spätere Berufsausbildung dar.

Neben der reinen Information über schulische Bildungswege kann die Beratung eine genaue Abklärung der Leistungsmöglichkeiten, Interessen und Begabungen der Kinder beinhalten. Die so gewonnenen Informationen stellen die Grundlage für eine weitere Weichenstellung in der Schul- und Berufsausbildung dar.